21.07.2011

Brandschützer warnen vor hohem Brandrisiko in der Landwirtschaft während der Erntesaison

Kassel. - Im Vergleich zu anderen Bereichen ist das Risiko eines Brandes in der Landwirtschaft extrem hoch. Eine Vielzahl von Zündquellen, die sich in unmittelbarer Nähe zu brennbaren oder explosiven Stoffen befinden, so der Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe e.V. (bvbf), führen in Agrarbetrieben immer wieder zu verheerenden Bränden. Das gilt gerade während der heißen Tage der Getreideerntesaison.
 

Die Liste der möglichen Brandursachen ist lang: Bauliche Mängel, gestörte elektrische Geräte, offen liegende Kabel ebenso wie defekte Traktoren und Mähdrescher sowie andere Landmaschinen bergen in Verbindung mit leicht brennbaren oder entzündlichen Materialien wie Holz oder Stroh ein hohes Gefährdungspotenzial. Hinzu kommen die Heu- und Strohlagerung und Getreidetrocknung, wobei es in dem einen Fall durch die Gärung zu einer Selbstentzündung und im anderen Fall zu Staubexplosionen kommen kann. Und selbst die Lagerung von Kalk und Düngemitteln ist nicht ungefährlich. Ausgelöst durch chemische Reaktionen wird Wärme erzeugt, die wiederum einen Brand verursachen kann. Nicht zu unterschätzen sind schließlich auch Blitzeinschläge, die insbesondere in frei stehenden Gebäuden oder Heu- und Strohlagerstätten immer wieder Brände auslösen.

 

Um sich, seinen Hof und Landmaschinentechnik vor
einem Brand zu schützen, sollte der Landwirt neben einer
Reihe von Vorsichtsmaßnahmen bei der Lagerung und
Verarbeitung von Futter- und Düngemitteln und
Ernteerzeugnissen, der Unterbringung von Fahrzeugen
und Maschinen sowie der Ausstattung von Ställen und
Scheunen mit elektrischen Anlagen auf leicht 
zugängliche Feuerlöschgeräte achten.
 

Der Landwirt als Arbeitgeber: Auch hier gilt die
gesetzliche Feuerlöscherpflicht

Darüber hinaus sind Landwirte -wie jeder andere
Unternehmer, der mindestens einen Mitarbeiter
beschäftigt- gesetzlich dazu verpflichtet, eine ausreichende Zahl an Feuerlöschern bereitzustellen.
Traktoren und selbstfahrende Erntemaschinen sollten
jederzeit mit geeigneten Feuerlöschern ausgerüstet sein
und werden bei Mähdreschern ohnehin vielfach von den
Versicherern vorgeschrieben. Voraussetzung für die
Funktionsfähigkeit von Feuerlöschern ist eine sachkundige Prüfung, die regelmäßig, mindestens jedoch
alle zwei Jahre erfolgen muss und von qualifizierten
Brandschutz-Fachbetrieben durchgeführt wird.
Diese stehen auch als kompetente Ansprechpartner
in allen Fragen des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes zur Verfügung. Sie führen insbesondere Brandschutzunterweisungen für das richtige Verhalten im Brandfall und praktische Übungen mit tragbaren Feuerlöschern durch. Qualifizierte Brandschutz-Fachbetriebe findet man zum Beispiel im Internet unter www.bvbf-brandschutz.de.


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